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Ueberall volle baerte

 

Am 8. januar war es soweit, wir verliessen den iran. Aus visa-buerokratischen gruenden mussten wir den luftweg nehmen. Typischerweise startet unser flieger fruehmorgens. Es war eigentlich schon schlimm genug, dass wir mitten in der nacht aufstehen mussten, aber zur kroenung hat es auch noch geregnet. Schoen war das nicht. Beim einchecken wollte der typ, der fuer das sperrgepaeck zustaendig war, uns 10$ wegen unseren raedern abschwatzen. Nicht mit uns – keine chance. Nach weniger als 2 stunden landeten wir in Karachi. Die einreiseformalitaeten gingen fix ueber die buehne und die raeder standen auch gleich zur stele. Also radelten wir in die stadt, um uns ein hotel zu suchen. Dank den englaender herrscht hier links-verkehr. D.h. fuer uns ;” augen auf im strassenverkehr!”.

Obwohl sich dieser slogan eher die pakis verinnerlichen sollten – bei der fahrweise. Auf der fahrt in die stadt wurde uns klar, dass Pakistan die muslimische version von indien ist. Es gibt eben einige gemeinsamkeiten, so z.b. das essen, der gestank, menschenmenge, glotzkoepfe, betelnuss…..

Noch bevor wir das hotel erreichten, wollte ein rasender reporter mit uns ein tv-interview machen. Doch wir liesen uns seine karte geben und vertroesteten ihn auf einen spaetern zeitpunkt.

Die lang erwuenschte pritsche im hotelzimmer tat uns gut. Nicht nur der schlafmangel auch die ungewoehnliche hitze hat uns geplaettet.

Wir hatten 2 tage zeit uns in der hafenstadt umzusehen, bevor wir mit dem zug nach rawelpindi (zwillingsstadt von Islamabad) fuhren. Da wir recht schnell in den norden wollten, mussten wir uns mit tickets der zwiten klasse-sitzplatz begnuegen. Eigentlich wollten wir in den liegewagen, denn fuer die 1500km benoetigte der zug schlappe 30 stunden. Durch die fahrt wurde mein arsch (rainer) mehr gequaelt als durchs radeln. Er war schlicht und einfach bei der ankunft wund gesaessen. Somit hat sich wenigstens das mitschleppen der wundsalbe gelohnt.

In Islamabad pennten wir auf einem campingplatz, obwohl wir kein zelt hatten. Doch fuer solche kanditaten gibt es zwei raeume zum pennen. Also kahle 4 waend mit neoroehre und steinboden, dafuer keine betten oder aehnliches. Auf diesem platz treffen sich die sogenannten overlander. Also europaer, die auf dem landweg nach asien reisen. Klingt ja irgendwie interessant, aber darunter sind ueberwiegend bonzige fahrzeuge mit spiessbuergerlichen insassen. Oder auch naïve hippies, die den ganzen tag jonglieren und zur abwechslung nach mekka beten. Ist eben wie fernsehen.

Nach 3 tagen brachen wir auch schon wieder auf, um die anscheinend schoenste strasse der welt zu beradeln. Den karakorum highway! Die strasse (manchmal auch piste) fuehrt durch ein hochgebirge, vorbei an riesigen berge (7000 & 8000er) & gletschern bis nach china. Die Pakistanis bezeichnen es gerne als 8. weltwunder, was sie mit hilfe der chinesen gebaut haben. Fuer touristen ist es ein trekking-& radelparadies. Doch zu dieser Jahreszeit waren kaum noch welche zu sehen. Ist auch kein wunder, denn wer hat schon bock sich den arsch abzufrieren. Ganz im norden war es kalt – eiskalt. Doch bevor wir unseren noerdlichsten punkt erreichten, mussten wir uns erst einmal durch ein angeblich gefaehrliches & stockkonservatives gebiet strampeln. Klar die maenner sahen mit ihren dicken baerten grimmig aus und die kinder werfen gerne mal steine, aber wir lernten schnell damit umzugehen. Schlussendlich war auch alles nicht so tragisch. Zwischendurch bakamen wir fuer ca. 18km polizeieskorte. Doch diese begleitung musste sich schnell verabschieden, da ploetzlich ihr sprit alle war. Wir ihr seht haben wir es auch ohne sie geschafft.

Jenseits der touriecke mussten wir mit schaebigen unterkuenften vorlieb nehmen. Die waren noch assliger als die schwarzwaldstrasse je war. Wasser, strom oder betten waren nicht selbstverstaendlich und einmal mussten wir sogar noch das kleine, dreckige & miefige zimmer mit dem betreiber teilen.

Trotzdem kamen wir im winterlichen sost an. Ein kuenstlicher ort 80km vor der chinesischen grenze. Hier her bringen die chinesischen trucker ihre billige massenware und ueberfluten damit das land. Ein schaebiger truckstop mit bretterbuden, zoll, absteigen, geschaeftsmaenner und so weiter.

Ohne gepaeck radelten wir noch einmal 35km noerdlicher. Der weg war unter anderem mit schnee & eis bedeckt und der thermometer fiel zeitweise auf -6grad Celsius (mittags). Kein wunder bei 3200m.ue.d.m.. es schmerzten uns die haende & die fuesse. Furchtbar!!! Wieso wir das machen? Keine Ahnung! Vielleicht weil wir bescheuert sind.

Aber zum glueck ging es nicht nach china weiter, sondern abwaerts (naja – sehr wellig) richtung sueden. An 2 touriorten (karimabad / gilgit) legten wir noch stopps ein. Einmal wanderten wir zu einem gletscher, dank unseren radschuhen war es ein besonderes vergnuegen.

Da der winter sich immer mehr bmerkbar machte haben wir unsere bergradeltour verkuerzt und sind mit dem bus die letzten 500km zurueck nach Islamabad gefahren. Durch das erwaehnte gefaehrlich gebiet haben sich 10 fahrzeuge zu einem konvoi zusammengeschlossen, um fuer die naechtliche gefahren geschuetzt zu sein. Zwischendurch waren die bullen zur unterstuetzung dabei.

Heil angekommen , laestern wir nun wieder ueber die anderen skurillen traveler auf dem campingplatz. Doch bald haben wir das indien-visa in der tasche, dann heist es wieder power auf die pedale.

 

Euere derzeitige dauercamper

 

Ernbert und reinhold

10.12.06 10:29





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